WERKSTATTAUSSTELLUNGEN

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ROLAND WIRTZ  “immediatus monumentalis”

Roland Wirtz widmet seine künstlerische Arbeit dem Prinzip der Unmittelbarkeit der fotografischen Abbildung. Seine Arbeiten als Fotografie zu beschreiben, greift allerdings zu kurz. Im Zeitalter digitaler Bildgenerierung schafft Wirtz physische Abbilder von Ereignissen und Orten und erschließt mit seiner Vorgehensweise ein Grenzgebiet zwischen Film, Fotografie, Skulptur und Denkmal.

Mit Hilfe seiner selbst konstruierten Kameras werden die Sujets direkt auf
Fotopapier belichtet. Kein Negativ, keine digitale Nachbearbeitung, kein zweiter Versuch, keine Abzüge. Die reflektierten und emittierten Photonen der Bildmotive prägen sich direkt in den am Ort des Geschehens befindlichen Bildträger Ilfochrome, der praktisch zu einem „Gefäß für das Licht jenes Tages“ wird.

Ilfochrome-Fotopapier, früher Cibachrome, galt seit den 1960iger Jahren als das lichtechteste Fotoverfahren überhaupt. 2013 wurde die Produktion bei Ilford Imaging Switzerland eingestellt – eine Folge der digitalen Revolution. Roland Wirtz setzt seine letzten Vorräte des legendären Fotopapiers ein.

Wir kaschieren die Werke von Roland Wirtz bereits seit einigen Jahren und freuen uns bisher unveröffentlichte Werke aus seinem Oevre zu zeigen.

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OFFENE ATELIERS WEDDING HOEFE

Sonntag 26.08.2018 von 11.00 – 12.00 Uhr

Empfang für die Auftaktveranstaltung der offenen Ateliers im Aufgang 37 a im „Lakshmi Studio“

Es sprechen die Künstler, Herr Kotowski vom BBK Berlin und der Vermieter.

Die Höfe bekommen einen Namen!

Sonntag 26.08.2018 von 12.00 – 20.00 Uhr

Besuchen Sie die Künstler in ihren Arbeitsräumen! Es gibt in jedem Aufgang etwas zu entdecken!

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ADAPTER

Unter dem Titel ADAPTER starteten im Jahr 2009 Gabriele Worgitzki und Jörn Gerstenberg ein zeichnerisches Experiment. Sie probierten die Kombination zweier komplett verschiedener Zeichenstile und Motive auf einer Fläche. Ihr Projekt des kooperativen Zeichnens entwickelte sich seitdem von kleinformatigen Zeichnungen auf Papier hin zu raumgreifenden Wandarbeiten. Die neueste Wandzeichnung von ADAPTER entstand auf einer Wandfläche in einer Werkstatt für Fotografie. Anlässlich der Präsentation dieser Arbeit werden in den Räumen der Firma KASCHIERUNGBERLIN auch Soloarbeiten von Gabriele Worgitzki und Jörn Gerstenberg zu sehen sein.

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WOLFRAM HAHN “DRAUSSEN”

In den Räumen der Kaschierungberlin zeigt der Fotograf Wolfram Hahn großformatige Farbabzüge aus der insgesamt einhundert Motive umfassenden Fotoserie, die im Jahr 2014 entstanden ist.

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Die Fotoserie Plastic Bags des Berliner Fotografen Wolfram Hahn zeigt die vielgestaltigen Variationsformen eines allgegenwärtigen Objektes: der einfachen, monochromen Einkaufstüte. Vom Fotografen gesammelt auf unzähligen Streifzügen durch die urbane Landschaft Berlins, erschließen die abgebildeten Plastiktüten einen Mikrokosmos, den wir gewöhnlich nicht beachten, obwohl er sich direkt unter unseren Augen entfaltet. Die standardisierte Tüte entwickelt – den Einwirkungen von Wetter, Verkehr und Umwelt ausgesetzt – individuelle Entitäten, deren Formenreichtum und überraschende Ästhetik beeindruckend sind.

Die Art der Inszenierung der Tüten in den Aufnahmen Hahns referiert auf die naturwissenschaftliche Dokumentation von Tier- und Pflanzenarten vor weißem Hintergrund. Hahn verfolgt damit im übertragenen Sinne einen archäologischen Ansatz. Wie ein Naturforscher erkundet er die unscheinbaren Tiefenschichten der städtischen Umwelt und findet beredte Zeugnisse der in ihr wirkenden Kräfte. Das Material erfährt unter den Umwelteinflüssen eine „potentielle Explosion jeder Form“, welche „die Dynamik des Lebenden“ widerspiegelt, wie es die französische Philosophin Catherine Malabou in ihrem Begleittext zum Katalog zu Hahns Fotoserie (Draussen Dehors Outside, erschienen im Vexer Verlag, 2015) treffend formuliert hat.