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Silikonkaschierung

Die Silikonkaschierung ist ein Spezialverfahren, bei dem Papier mit flüssigem Silikon vorderseitig mit Acrylglas verklebt wird. Eine zusätzliche Hinterplatte, z. B. aus Dibond, schützt das Bild und stabilisiert es (das sogenannte Sandwichv). Für die Produktion sollte mindestens eine Woche Zeit sein, da die Klebung einige Tage aushärten muss und das Bild erst dann gesägt werden kann. Als Aufhängung können Aluminiumprofile in verschiedenen Stärken sowie Metallpads verwendet werden. Leichte Kratzer können nachträglich mit einer Acrylpaste poliert werden.

Verfügbare Materialstärken des Acrylglases:

3 mm glänzend oder matt (3,6 kg/ m²)
4 mm glänzend (4,8 kg/ m²); Preis zzgl. 10 Prozent Aufschlag

Sandwichbeispiel:

glänzendes Acrylglas 3 mm, Fotopapier matt, Dibond-Platte 3 mm, Aufhängung mit einer Aluminiumleiste 9 mm umlaufend.
Gesamtgewicht: ca. 8 kg/m²

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Welche Papiersorten sind für unsere Silikonkaschierung geeignet?
→ Inkjet:
Im Inkjetbereich funktionieren ausschließlich einfache, matte Papiere. Semimatte und glänzende Inkjetpapiere sind aufgrund ihrer Oberflächenstruktur nicht mit Silikon verarbeitbar. Folgende Inkjetpapiere empfehlen wir:

- Epson Enhanced Matte Paper sowie E. E. Epson Archival Matte Paper
– Tecco Matt und Tecco Pastell Matt
– Rauch DS 230

→ Digitale Ausbelichtungen auf Fotopapier:
Alle einfachen Fotopapiere können als Silikonkaschierung verarbeitet werden. Es empfiehlt sich, matte Fotopapiere zu benutzen, da ein glänzendes Fotopapier als zusätzlich spiegelnde Fläche hinter der Acrylglasplatte wahrgenommen werden kann.

→ Fotopapier von einer analogen C-41-Vergrößerung:
Wir empfehlen matte Papiere.

Wie viel Arbeitsrand benötigt der Print für die Verarbeitung zur Silikonkaschierung?

Um eine optimale Verarbeitung der Silikonkaschierung zu gewährleisten, benötigen wir speziell angelegte Arbeitsränder: Auf einer der schmalen Seiten des Prints müssen mindestens 5 cm zusätzlicher Arbeitsrand angelegt sein. Bei größeren Bildern (ab 70 x 90 cm) sollte der Arbeitsrand der schmalen Seite mindestens 10 cm betragen, die übrigen drei Seiten benötigen mindestens 2 cm. Die folgende Skizze zeigt Ihnen, wie viel Arbeitsrand wir benötigen:

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Wie viel wird bei der Verarbeitung zur Silikonkaschierung vom Motivrand beschnitten?

Der Motivbeschnitt bei einer Silikonkaschierung beträgt ca. 1 mm.

Braucht man eine Hinterplatte?

Für die Aufhängung und die Stabilität des mit Silikon kaschierten Bildes benötigt man eine Hinterplatte. Wenn das Bild eingerahmt wird, kann man bei kleineren Bildern auf die rückseitige Platte verzichten. Bei Schattenfugenrahmungen sprechen Sie bitte mit dem Rahmenbauer ab, ob Leisten aufgebracht werden sollen.

Welche Hinterplatte kommt in Frage?

Bei kleineren Bildern bis ca. 70 x 90 cm Größe kann man zwischen Dibond in der Stärke von 2 oder 3 mm und farblosem oder weißem Acrylglas wählen. Bei größeren Formaten ist die Stabilität mit einer Acrylglasrückplatte nicht mehr gegeben. Daher empfehlen wir Dibond möglichst mit einer umlaufenden Leiste.

Wie lange muss ich warten?

Da das Silikonverfahren Vorbereitungen und Trocknungsphasen von mehreren Tagen benötigt, veranschlagen wir für die Verarbeitung einer Silikonkaschierung 7 Arbeitstage. Bei einer größeren Produktionsauflage verlängert sich die Bearbeitungszeit entsprechend.

Welche Aufhängungsleisten werden verarbeitet?

Für eine Silikonkaschierung mit rückseitiger Dibond-Platte werden Aluminiumleisten verklebt. Dafür steht eine Auswahl unterschiedlicher Profildicken zur Verfügung (7, 9, 10, 13, 15 oder 20 mm). Für eine Silikonkaschierung mit rückseitiger Acrylglasplatte werden Acrylglasleisten verklebt. Dabei kann man eine Leistendicke von 6, 10 oder 20 mm wählen. Ab einem Bildformat von 70 x 90 cm empfehlen wir, die Leisten umlaufend zu verkleben. Silikonkaschierungen in solchen Formaten sind aufgrund des Materials relativ flexibel und bekommen durch die verklebten Leisten eine noch größere Stabilität. Man sollte beachten, dass Acrylglas als Hinterplatte immer arbeitet (zum Beispiel durch Ausdehnung bei Feuchtigkeit und Temperaturunterschieden).

Wie haltbar ist die Kaschierung hinter Acrylglas?

Tests haben gezeigt, dass Inkjetdrucke länger halten als fotochemische Ausbelichtungen. Die
Lichtbeständigkeit wird durch eine Acrylglaskaschierung verbessert. Die Testergebnisse können Sie auf Wunsch bei uns einsehen. Kaschierungen hinter Acrylglas halten entsprechend der jeweiligen Drucke, die verarbeitet wurden. Inkjetdrucke hinter Acrylglas sind bezüglich des UV-Lichts haltbarer als ohne vorderseitig kaschierte Acrylglasplatte.

Wie behandelt man die Oberfläche?

Die Oberfläche kann man mit einem Spezialreinigungsmittel behandeln. Auch leichte Kratzer kann man polieren. Tiefere Kratzer können aufwendig geschliffen werden, allerdings wird diese Bearbeitung immer leichte Spuren hinterlassen. Mattes Acrylglas kann nicht ausgebessert werden. Andere Formen der Oberflächenbehandlung können zu Kratzern führen. Reinigungsflüssigkeiten, insbesondere Glasreiniger, können das Acrylglas angreifen. Das empfohlene Spezialreinigungs- und Poliermittel können Sie über uns beziehen.

Was ist die maximale Papiergröße, die wir verarbeiten können?

Wir können Papiere mit einer Größe bis maximal 145 cm in der Breite verarbeiten. Mit unserem Lastenaufzug lassen sich Platten bis 3 m Länge transportieren. Somit ergibt sich ein Maximalmaß von 145 x 300 cm für die Verarbeitung in unserer Werkstatt. Bei ungerahmten Silikonkaschierungen ab einer Größe von 130 cm steigt die Gefahr, dass sich bei Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsunterschieden die Hinterplatte aufgrund der Materialeigenschaften lösen kann.

Warum kann eine Silikonkaschierung Acryl auf Acryl bzw. Acryl auf Folie nicht durchgeführt werden?

Das Silikon benötigt zum Trocknen und Aushärten Sauerstoff. Zwischen zwei Platten kann Silikon nicht aushärten.